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Grundschule Offenbach

Raum, Dynamik und Struktur
An jedem Ort liegt etwas verborgen, dass oft erst durch die Entstehung von Neuem wahrnehmbar wird. In der Auseinandersetzung mit dem Kontext liegt die Chance, dieses Verborgene hervorzuholen, zu transformieren und sichtbar zu machen.

Neue Stadträume entstehen, Orte des Lebens, des Lernens, der Entwicklung und der Bewegung. Baukörper definieren Raum, begrenzen und umschließen, wo dies notwendig ist und öffnen und vernetzen zugleich. Sie konzentrieren die bisher verborgenen Qualitäten, lassen sie spürbar werden und sichtbar in der strukturellen Abstraktion ihrer Fassaden.

Der Ort und die Ränder
Starke und ungleiche Einflüsse wirken auf das Wettbewerbsgrundstück ein. Die belastende, weil hochfrequentierte Strasse im Süden, die zu erwartende Rückseitensituation des Einkaufszentrums im Osten, der attraktive Hafen mit Promenade und Platz im Norden und die qualitätvolle Grünschneise im Westen, verlangen eine differenzierte Auseinandersetzung und eindeutige Antworten im Hinblick auf die Anordnung der Baumassen und die Ausbildung der Ränder und Übergänge.

Das Quartier und der Raum
Dass ein riegelförmiger Baukörper die Südseite zur Strasse besetzt und somit das Quartier nach Norden hin abschirmt, ist fast schon zwangsläufig. Die Sporthallen, gestapelt an die Ostseite und damit dem Einkaufszentrum gegenüber zu setzen, naheliegend. Den Kindergarten als freien Solitär in den somit geschützten Raum und zur Grünschneise hin zu platzieren, folgerichtig.

Diese Anordnung bildet nicht nur ein eindeutiges Quartier aus, die Gebäude und deren Nutzungen sind somit auch klar ablesbar und zugeordnet.

Um den Besonderheiten der Nutzungen gerecht zu werden und um die notwendige Abgrenzung zum öffentlichen Raum herzustellen, werden die drei Baukörper auf einen gemeinsamen Sockel gestellt. Dieser bildet eine natürliche Schwelle aus, gerade hoch genug um Abgrenzung und Sicherheit zu geben, ohne eine Barriere aufzubauen.

Die Wege und die Eingänge
Mit der Anordnung der Baukörper werden auch die Zugangssituationen zum Quartier definiert. Da es sich verbietet, zum Nordring hin zu erschließen und eine Zugänglichkeit von der Uferpromenade fragwürdig erscheint, werden die Hauptzugänge auf die West- und Ostseite gelegt und durch eine Magistrale verbunden. Während der östliche Zugang, der der Haupterschließung der Schule dient, durch die Fuge zwischen den Baukörpern der Schule und den Sporthallen eindeutig städtisch geprägt ist, liegt der westliche Zugang, die Haupterschließung für den Kindergarten im Bereich der Grünschneise.
Somit wird sowohl den zu erwartenden Verkehrsanbindungen, den unterschiedlichen Hol- und Bringsituationen der Kinder, als auch ihren altersgemäßen Bedürfnissen Rechnung getragen.

Durch die eindeutige Definition der Zugänge, ist der Gesamtkomplex sehr einfach zu überwachen und zu sichern. Alle Gebäudeteile werden ausschließlich vom geschützten Innenbereich erschlossen.

Die Struktur und die Organisation
Der langgestreckte Riegel der Grundschule ist als Einspänner konzipiert. Somit kann die nach Süden orientierte Erschliessungsspange, in der eine dynamische Treppenlandschaft die Geschosse verbindet, als Bewegungs- und Kommunikationsbereich und als akustische und thermische Pufferzone dienen.

Die Sporthallen werden gestapelt und über die Fuge zum Grundschulgebäude erschlossen. Ein interner Übergang über den Basementbereich ist ebenfalls möglich.

Der Kindergarten wird über ein offenes Atrium erschlossen, durch das eine bewegt gestaltete Treppenlandschaft führt. Somit werden auch die im Obergeschoss liegenden Räume unmittelbar an den Außenbereich angebunden.

Somit lebt jedes Gebäude von seiner individuellen Erschließungsthematik, die deutlich ablesbar, als gemeinsames Erkennungsmerkmal dient.

Die Architektur und die Gestaltgebung
So wie die Anordnung der Baukörper der Logik der Umgebung folgt, die inneren Strukturen der Systematik der Erschließungen, so lebt ihr Erscheinungsbild vom Prinzip der Dynamik.

Das Wasser, das Hafenbecken und der nahe gelegene Main prägen den Charakter des Ortes. Die stetige Bewegung des Wassers findet ihre Fortsetzung in den Bewegungszonen der Gebäude, die dort auch jeweils deutlich sichtbar gemacht werden. Bewegung, Fortschritt und Entwicklung sind auch die Themen von Kindergarten und Grundschule.
Dies soll in der Fassadengestaltung zum Ausdruck kommen. Wie die feinen Wellen, die von der Strömung des fließenden Wassers im Sand erzeugt werden, den sogenannten Rippelmarken, umspülen feine Bänder aus weißem Metall die Fassaden der Gebäude. Sie teilen, weiten und verdichten sich und fügen sich wieder zusammen und bieten in ihrem Spiel unterschiedlichste Aus- und Einblicksituationen.
Die Idee einer ständigen Bewegung einer wirkenden Kraft, die in einem anderen Medium ihr Abbild findet, wird hier anschaulich manifestiert, unterstützt das strukturelle Gebäudeprinzip und schafft eine eindeutige und prägende Identität in Bezug zum Thema des Ortes.

Die Ökonomie und die Ökologie
An die Gebäude werden höchste Ansprüche in Bezug auf Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit gesetzt. Daher werden schon im Entwurf einfache und kompakte Baukörperformen gewählt, die konstruktiv und wirtschaftlich gut umsetzbar sind.
Es werden ausschließlich zertifizierte und wiederverwertbare Baustoffe verwendet. Auf Verbundwerkstoffe und ökologisch bedenkliche Materialien wird generell verzichtet.

Ein hocheffizientes und zugleich nutzerfreundliches Energiekonzept runden das Gesamtkonzept ab.

Das Grün und die Bewegung
Der zwangsläufig begrenzte und daher umso wertvollere Freiraum wird bewusst gestaltet und thematisch überformt. Bewegung ist auch hier das Motiv, welches sich in einer differenzierten Gestaltung wiederfindet. Wellenförmig überlagern sich Flächen unterschiedlicher Materialität und Nutzung. Den Gebäuden werden jeweils thematische Nutzungsbereiche gegenübergestellt, Ränder, Anschlüsse und Übergänge werden sorgfältig ausgearbeitet. Die Magistrale bleibt als Verbindungselement und Haupterschliessungsfläche deutlich erlebbar.

Projekt Grundschule / Kindertagesstätte / Sporthalle Offenbach
Standort Offenbach am Main
Verfahrensart Nichtoffener Wettbewerb mit vorgeschaltetem, qualifizierten Auswahlverfahren
Auslober Stadt Offenbach am Main Stadtplanung und Baumanagement
Jahr 2011
Ergebnis ZZ

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